Der Weg zu uns
Auf der Suche
"Ins Kloster gehen" bedeutet für viele Menschen etwas wie einen Gang in
fremde Welten. Es wird wie ein Austreten aus der vertrauten Umgebung empfunden,
abenteuerlich, geheimnisbehaftet und gelegentlich auch wie ein Verlust für die
Welt. Wir haben die Welt nicht
verlassen, wie man es früher ausdrückte, wenn man sich tatsächlich für immer
einsperrte und von den Menschen absonderte. Wir leben mitten in der Welt unter
den Menschen. Und doch haben wir eine ganz spezielle Lebensform gewählt, die man
nicht mit weltlichen Maßstäben beurteilen kann.
Jeder von uns steht einmal vor der Frage: Was will ich? Wo ist mein Weg zu
einem sinnvollen und erfüllten Leben? In der Vielfalt der Angebote möchten
wir Schlägler Sie auf uns und auf unsere Art zu leben aufmerksam
machen. Drei Elemente sind für uns wichtig: das gemeinsam
verrichtete Gotteslob, das Leben in Gemeinschaft und unser Dienst für die
Menschen um uns. Wir wollen für sie da sein und ihnen mit unserer
Glaubenserfahrung zur Seite stehen. Die Regel des hl. Bischofs Augustinus,
nach der wir leben, sagt: "Das erste Ziel eures gemeinsamen Lebens ist, in
Eintracht zusammenzuwohnen und ein Herz und eine Seele in Gott zu sein."
Die Aufnahme in das Kloster
Wer sich für unseren Weg entscheidet, sollte die Studienberechtigung zum
Studium an einer theologischen Hochschule (Matura) haben. Die Aufnahme in die
klösterliche Gemeinschaft geschieht dann durch die "Einkleidung".
Im Rahmen eines Gottesdienstes legt der Kandidat seine bisherige Kleidung ab
und erhält das weiße Ordenskleid nach dem Wort des Apostels Paulus im
Epheserbrief: "Legt den alten Menschen ab und zieht den neuen Menschen an, der
nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit."
Als Zeichen der neuen Ausrichtung des Lebens erhält er den Ordensnamen, den
er fortan in der Gemeinschaft tragen wird.
Das Noviziat und Klerikat - die "Lehrjahre"
Mit der Einkleidung beginnt das Noviziat, das je nach
vorausgegangener Ausbildung ein bis zwei Jahre dauert. In dieser Zeit soll der
junge Mitbruder vor allem die Regeln und Gebräuche der Gemeinschaft kennen
lernen und sich unter Anleitung eines erfahrenen Novizenmeisters in das
religiöse Leben einüben. Deshalb wird er auch die meiste Zeit dieses ersten
Jahres im Hause verbringen. Allerdings kann der Kandidat die Gemeinschaft
jederzeit verlassen. Nach dem ersten Jahr erfolgt dann die weitere Ausbildung an
einer theologischen Hochschule.
Nach dem Noviziat legt der neue Mitbruder die "einfache Profess" ab, mit der
er sich für drei Jahre an die klösterliche Gemeinschaft bindet. Der Inhalt
dieses Versprechens, das vor dem Oberen der Gemeinschaft und vor Gott abgelegt
wird, lautet: "Ich verspreche Armut, Gehorsam und gottgeweihte Ehelosigkeit nach
dem Evangelium, der Lebensweise der Apostel und der Regel des heiligen
Augustinus." Mit der einfachen Profess gehört er zum Stand der Kleriker. Nach
Ablauf der drei Jahre kann er sich ganz an die Gemeinschaft binden oder sie auch
verlassen.
Nach dem ersten Noviziatsjahr beginnt das Studium der Philosophie und
Theologie als Vorbereitung auf das Priesteramt. Es dauert in der Regel
etwa sechs Jahre und erfolgt an einer theologischen Hochschule, wobei der
Kleriker während der Studienzeit in einem Priesterseminar oder in einem
Ordenshaus am Studienort wohnt.
Die Profess - Abschluss und Neubeginn
Mit Ablauf der einfachen Profess kann der Kleriker die
"feierliche Profess" ablegen. Mit diesem Versprechen (Profess)
bindet er sich für immer an unsere Gemeinschaft und stellt sein Leben ganz in
den Dienst Gottes. Erst nach Ablegen der Profess erfolgt in der Regel die
Weihe zum Diakon und - nach entsprechender
Weiterbildung - zum Priester.
Armut: Der Kandidat verzichtet auf persönliches Eigentum, um
frei zu sein. Das traditionelle Wort Armut bedeutet
Gütergemeinschaft . Alles, was ein Mitbruder mitbringt, stellt er in
den Dienst der Gemeinschaft und diese gibt ihm alles, was er für sein Leben und
seine Arbeit braucht. Der hl. Augustinus rät uns in seiner Regel: "Nennt nichts
euer Eigen, sondern alles gehöre euch gemeinsam." Und von den ersten Christen
heißt es in der Apostelgeschichte: "Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und
eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern
sie hatten alles gemeinsam. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig
hatte." (Apg 4,32.35)
Ehelosigkeit: Wir binden uns an die konkrete Gemeinschaft,
die "unsere Partnerin" und unsere Heimat ist. In ihr wollen wir Gott und den
Menschen dienen. Der Verzicht auf eheliche Gemeinschaft gibt uns die nötige
Freiheit, um in der Gemeinschaft der Mitbrüder leben zu können.
Gehorsam: Jeder von uns achtet darauf, das zu tun, was der
Gemeinschaft zum Wohle dient. Der Gehorsam bedeutet ein zweifaches Hören: Wir
hören auf die Leitung des Klosters, um das Gemeinsame über das Private zu
stellen, und hören auf die Mitbrüder, um nach Weisung des Konzils mit ihnen
"Freude und Hoffnung, Trauer und Angst" zu teilen und so die Gemeinschaft
lebendig zu halten.
Zu diesen drei Gelübden kommt in unserem Orden die
Stabilität hinzu. Wir binden uns nicht an den Orden der
Prämonstratenser, sondern an die in einem bestimmten Kloster bestehende
Gemeinschaft dieses Ordens.
Liebe Leser dieser Seite!
Der Weg in eine Klostergemeinschaft soll nicht ins Unbekannte führen. Deshalb
bieten wir interessierten jungen Männern die Möglichkeit, einige Tage oder
Wochen bei uns zu wohnen und mit uns im Gebet, in der Arbeit und in der freien
Zeit zu leben.
Wichtig für die Entscheidung zu einem Leben in einer
klösterlichen Gemeinschaft ist die Freude am Gottesdienst, am gemeinsamen Gebet
und am Leben in einer Gemeinschaft; die Bereitschaft sich ganz zu engagieren und
die Bereitschaft nach dem Glauben zu leben und diesen den Menschen, die uns
anvertraut sind, weiterzugeben.
Wenn Sie Interesse an unserer Lebensform und an den Idealen und Zielen
unseres Ordens gefunden haben, dann freuen wir uns, wenn sie mit uns Kontakt
aufnehmen. Im gemeinsamen Gespräch können wir ihnen eine umfassendere Auskunft
über uns und unser Leben geben. Sie sind herzlich eingeladen, einige Tage bei
uns zu verbringen.
Wir freuen uns auf den Kontakt mit Ihnen:
- H. Abt Mag. Martin Felhofer
E-Mail:
Abtei@stift-schlaegl.at
H. Mag. Petrus Bayer E-Mail: petrus@stift-schlaegl.at
Adresse: A-4160 Aigen i. Mkr., Stift Schlägl
- Telefon: +43 (0) 72 81/88 01-0
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