Ein Blick in unsere Stiftskirche
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Durch das frühbarocke Portal des Linzer
Steinmetzes Anton Spaz von 1654 betreten wir eine einfache Vorhalle der
Stiftskirche, deren sechs Stufen zum inneren Protal, einer gotischen
Steinmetzarbeit, führen. Durch das Protal schreitend öffnet sich der Blick auf
die dreischiffige gotische Hallenkirche. Bemerkenswert ist eine
groß angelegte Treppenanlage, die zum Chorraum und Hochaltar führt und so den
Blick des Besuchers aus dem Alltag zur Anbetung erhebt. Die Säulen und gotischen
Gewölbegurten wurden nach dem Wiederaufbau des Klosters 1626 mit barocken
Ornamenten verziert. Von der damals neu geschaffenen Einrichtung sind allerdings
nur noch die große Orgel (1634) von Andreas Putz aus Passau,
ein kunstvolles Chorgitter (1635) von Hans Walz aus
Kremsmünster und die Kanzel mit den Darstellungen der zwölf
Apostel sowie Johannes des Täufers (1647), ein Werk des aus Südtirol stammenden
Bildhauers Johann Worath, erhalten geblieben.
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Nach einem erneuten Brand im Jahre 1701 wurden die
Altäre und das Chorgestühl neu geschaffen. Der Hochaltar mit
Säulenaufbau zeigt neben den Darstellungen der beiden Ordensväter Augustinus und
Norbert die Apostelfürsten Petrus und Paulus. An der Stelle des ursprünglichen
Altarblattes - der Überlieferung nach von Philipp Ruckerbauer - findet sich die
Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel, ein Werk des Münchner Malers
August Palme von 1845. Besonderes Augenmerk verdient das reich geschnitzte
Chorgestühl des Rohrbacher Tischlermeisters Gregor Stempel aus der Zeit um
1740.
Die Seitenaltäre, ebenfalls in reicher Intarsienarbeit,
entstanden 1745 unter Abt Franz Peringer (+ 1751). Die Altarblätter lieferte
1749 Bartholomäo Altomonte. Auf dem Bild des linken Altares findet sich die
Darstellung Anna-Selbdritt, auf dem rechten Altar das Bild des Ordensgründers
Norbert von Xanten. Die neubarocken Pfeileraltäre im
Kirchenschiff, die erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, zeigen in ihrem
Aufbau Altarblätter von August Palme aus der Zeit um 1854. Auf der rechten Seite
findet sich der hl. Johannes Nepomuk, auf der linken Seite der hl. Donatus,
Schutzpatron gegen Blitzschlag und Unwetter, der segnend seine Hand über unser
Kloster hält. An das südliche Seitenschiff schließt sich die gotische
Veitskapelle (1501 eingeweiht) mit dem Kreuzaltar von 1836 an. Neben
der großen Orgel verfügt die Stiftskirche über zwei weitere Orgeln, die
Chororgel von Gregor Radetzky aus Krems (1965) und die Orgel auf dem Cantorium
der Gebrüder Reil aus den Niederlanden (1990).
Mag. Stephan Weber
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