H. Augustin Alois Keinberger verstorben

Dem Gebet der Mitbrüder und der Gläubigen empfehlen wir unseren Mitbruder Konsistorialrat Mag. Augustin Alois Keinberger.

Alois Keinberger wurde am 5. Jänner 1936 im Wirtshaus Gmui, Pfarre Oepping, als Sohn des Gastwirtehepaars Franz und Maria Keinberger geboren. Er besuchte die Volksschule in Schlägl und zunächst die Hauptschule in Rohrbach. 1948 wechselte er an das Bischöfliche Kollegium Petrinum in Linz, wo er 1956 maturierte.

In unmittelbarer Nähe zum Stift aufgewachsen, kam er bereits als Jugendlicher in Kontakt mit dem Konvent. Vor allem sein Onkel, der Subprior und Novizenmeister Wolfgang Siegl, förderte seine Berufung. Am 28. August 1956 wurde er von Abt Cajetan Lang in das Noviziat des Stiftes Schlägl aufgenommen und erhielt den Namen des Ordensvaters Augustinus. Zwei Jahre später legte er die Profess ab. Ab 1957 studierte er an der Universität Innsbruck Theologie. Noch vor Abschluss des Studiums wurde er am 12. September 1961 in der Pfarrkirche Ulrichsberg von Diözesanbischof Franz Salesius Zauner zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe setzte er das Studium in Innsbruck fort.

1962 bestellte ihn Abt Florian Pröll zunächst zum Kooperator in Ulrichsberg. Ein Jahr später wurde er Kooperator in Aigen. Von 1967 bis 1972 wirkte er seelsorglich als Benefiziat in Rohrbach und erteilte bis 1976 Religionsunterricht am dortigen Gymnasium. Am 1. August 1972 trat er seinen Dienst als Pfarrer in Ulrichsberg an. Über ein halbes Jahrhundert wirkte er in dieser Pfarre und verkündete Generationen die Frohe Botschaft. H. Augustin legte großen Wert auf eine gepflegte Liturgie und sorgte zudem für einen gediegenen baulichen Zustand der Pfarrkirche und der pfarrlichen Gebäude mit Bedacht auf die technischen Anforderungen der Zeit. Mehrfach ließ er die Kirche und den Pfarrhof sanieren. Der Pfarrsaal wurde zu einem Veranstaltungszentrum ausgebaut. Er freute sich, den Menschen die großen Erinnerungsorte des Glaubens zu zeigen und so das pfarrliche Miteinander zu fördern. Mit den Jahren wuchs in ihm eine herzliche Beziehung zur Pfarrbevölkerung und er konnte auf die Unterstützung vieler vertrauen. Die Marktgemeinde Ulrichsberg würdigte seine Verdienste mit der Verleihung des Ehrenrings und der Ehrenbürgerschaft. Obgleich er viele Jahrzehnte im Pfarrhof lebte, hielt er regen Kontakt mit dem Konvent im Stift und kam fast täglich zur gemeinsamen Feier der Vesper. Die Weisheit der Psalmen schätzte er besonders.

Bis ins hohe Alter erfreute sich H. Augustin bester Gesundheit, wofür er sehr dankbar war. Fast täglich legte er viele Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Theologisch hielt er sich ständig am Laufenden. Aus der unermüdlichen Lektüre von Büchern und Zeitschriften warf er Fragen auf, die von seiner wachen Wahrnehmung der Kirche und Gesellschaft zeugten. So bereicherte er viel Gespräche und sorgte für geistlichen Tiefgang. Zudem wusste er, vornehm und subtil auf Umstände hinzuweisen, die ihm wichtig schienen, ohne dabei zu verletzen.

Im Herbst 2023 zwang ihn eine Krebserkrankung zu einem längeren Krankenhausaufenthalt. Er erholte sich überraschend gut und konnte wieder seiner pastoralen Tätigkeit und seinen Lebensgewohnheiten nachgehen. Seit Oktober 2025 verschlechterte sich jedoch zusehendes sein Gesundheitszustand. Dennoch verweilte er weiterhin treu in seiner Pfarre. Bei der Feier seines 90. Geburtstags verabschiedete er sich von seiner Pfarrgemeinde. Wenige Tage später kehrte er in die Stiftsgemeinschaft zurück. Im Pfarrhof und dann im Kloster wurde er liebevoll von seiner Haushälterin Barbara Nigl und von den Prämonstratenserinnen betreut und gepflegt. Geschwächt, aber sich vom Guten Hirten getragen wissend, ging er am 10. Februar 2026 zum Herrn heim.

Augustin ist im Kreuzgang des Stiftes Schlägl aufgebahrt. Zum gemeinsamen Gebet versammeln wir uns am Freitag, 13. Februar 2026, um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Ulrichsberg.
Das Requiem feiern wir am Samstag, 14. Februar 2026, um 13.00 Uhr in der Stiftskirche Schlägl und begleiten ihn anschließend auf den Klosterfriedhof Maria Anger.