Unsere Ziele

  Unsere Ziele   Aktuelles   Jagd & Fischerei   Kontakte

Service


Unser Waldbesitz

Die Wälder des Stiftes Schlägl liegen im österreichischen Teil des Böhmerwaldes und bilden die südöstliche Fortsetzung des Bayrischen Waldes. Plöckenstein (1378 m), Hochficht (1337 m) und Bärnstein (1077 m) sind markante Erhebungen. Mehr als 30 km der Besitzgrenze des Stiftes werden von der Staatsgrenze gegen Bayern und Tschechien (NP SUMAVA) gebildet. Der Waldbesitz kam in zwei Abschnitten zum Kloster. 1264 erhielt das Kloster von den Rosenbergern (Herrschaft Krumau) das Gebiet zwischen dem Iglbach und dem Klafferbach durch Schenkung. Das Gebiet nordwestlich des Klafferbaches bis zur bayrischen Grenze wurde 1522 durch Probst Siegmund Zehrer vom Grafen Hardek angekauft.

Abt Norbert Schachinger kaufte 1890 auf dem Höhenzug des Hongar zwischen Aurach und Attersee ca. 860 ha Wald, von dem noch 798 ha Wald im Besitz des Stiftes sind (Revier Kammer)

Der Waldbesitz beträgt derzeit ca. 6500 ha. Damit liegt das Stift auf dem 6. Rang der Stifte Österreichs.

Böhmerwald

Bewirtschaftung im Spannungsfeld Ökologie - Ökonomie

Das Klima unseres Böhmerwaldes ist ozeanisch getönt mit starkem kontinentalen Einschlag. Die Jahresmitteltemperaturen sind niedriger als in vergleichbaren Gebieten des Alpenvorlandes. Höhenlage und Klima bewirken eine Vorherrschaft der Fichte (72%). Die Buche bildet 19%, die Tanne 4% des Bestandes.

Seit etwa 1630 gibt es eine über den lokalen Bedarf hinausgehende Nutzung (Glashütte in Schwarzenberg 1630; Beteiligung an der Passauer Trift ab 1730; Schwarzenbergischer Schwemmkanal 1793).

Die Nutzung wurde ab 1960 unter Forstmeister Heinz Reiniger auf Einzelstammnutzung mit Tendenz zur Zielstärkennutzung umgestellt: "Die Idee des Plenterprinzips ist immer noch umstritten, wird aber die Waldbehandlungsmethode der Zukunft sein – schonend für den Wald und freundlich für den Menschen. Möge ihr wahrer Wert zur Rettung unseres Waldes bald erkannt werden."
(Reininger, 2000)

Foto: OF Werner Proksch


Die Grundlagen des Plenterprinzips sind das Gleichgewicht von Zuwachs und Nutzung bei der Beachtung der Individualität des Einzelstammes. Das Plenterprinzip nutzt die natürlichen Abläufe im Wald. Plenterwälder verfügen daher über eine natürliche Regelung des Bestandes durch Naturverjüngung, natürliche Läuterung und natürliche Erziehung zur Feinastigkeit. Sie sind gegen Schadensereignisse (Windwurf, Schneedruck) sehr stabil und erlauben durch die Zielstärkennutzung gute Vorratshaltung und gleichmäßige Nutzbarkeit. Die Nutzung orientiert sich an den Kriterien der Stabilität und der Qualität des Bestandes, der Bodenpflege und der Optimierung der Zielstärke.

Wir lassen die bestehenden Altersklassenwälder langsam in natürliche, mehrschichtig aufgebaute Plenterwälder übergehen. Eine zusätzliche Aufgabe ist die Behebung der Schäden, die durch Immissionen (Industrie, Verkehr, landwirtschaftliche Überdüngung), seinerzeitige Waldweide und Streunutzung, falsche Baumartenwahl und überhöhte Wildbestände entstanden sind.

Wir fördern standortgerechte Mischbaumarten und auch seltene und gefährdete Baumarten, bemühen uns um angepasste Naturverjüngung in Kleingruppen, möglichst schonende Erntemethoden und das Belassen von Biomasse (Äste, Rinde) im Wald. Das harmonisch eingestellte Verhältnis von Ökologie (Beachten der biologischen Gesetzmäßigkeiten) und Ökonomie (sachgerechte Bewirtschaftung) ermöglicht sehr naturnahe Wälder mit weit über die unmittelbare Nutzung hinausgehendem Gewinn für die Gesundheit, Schönheit und Lebensqualität der Region des österreichischen Böhmerwaldes.

 

Suche